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Paar im Ruhestand

Ruhestandsplanung: Warum die jährliche Renteninformation nicht reicht

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Absicherung & Vorsorge
Artikel von Karsten Müller, Versicherungskaufmann und Dipl.-Betriebswirt (FH)
veröffentlicht September 2026
Die ehrliche Antwort vorweg: Die meisten Menschen unterschätzen ihre Versorgungslücke im Ruhestand. Das geschieht nicht aus Sorglosigkeit, sondern weil die jährliche Renteninformation der gesetzlichen Rentenversicherung nur einen Teil des Bildes zeigt: Steuern, Inflation und gegebenenfalls Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sind darin nicht berücksichtigt. Ruhestandsplanung bedeutet mehr, als irgendetwas fürs Alter anzusparen: Sie brauchen ein objektives Bild Ihrer gesamten Vorsorge-Bausteine, um zu wissen, wo Sie wirklich stehen und was zu tun ist. Warum das mit einem Blick auf die Renteninformation allein nicht gelingt, und wie eine professionelle Ruhestandsplanung stattdessen abläuft, lesen Sie hier.
Das Wichtigste in Kürze
Ruhestandsplanung ist mehr als Sparen. Sie ordnet alle Bausteine: gesetzliche Rente, betriebliche und private Vorsorge.
Die jährliche Renteninformation und auch die Jahresinformationen der privaten und betrieblichen Altersvorsorge zeigen einen nominalen Betrag. Was davon nach Berücksichtigung von Inflation, Steuern und Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung an echter Kaufkraft bleibt, steht dort nicht.
Welche Fördermöglichkeiten für Sie sinnvoll sind, lässt sich nur softwaregestützt beantworten, unter Einbezug aller bestehenden Verträge sowie Ihrer Einkommens- und Steuersituation.
Nachhaltige Geldanlage kann dabei ein Baustein sein, der zu Ihren Werten passt.
Ausgangspunkt bei uns ist die objektive Finanzanalyse nach DIN 77230.

Was bedeutet Ruhestandsplanung eigentlich?

Ruhestandsplanung ist mehr als die Frage „Spare ich genug?". Es geht darum, ein objektives Bild aller Ihrer Vorsorge-Bausteine zusammenzuführen, also den tatsächlichen Bedarf im Ruhestand realistisch einzuschätzen. Daraus lässt sich eine klare Priorität ableiten, was jetzt zu tun ist. Genau dieser Zusammenhang fehlt, wenn man einzelne Verträge isoliert betrachtet oder sich auf ein einzelnes Dokument verlässt.

Warum reicht es nicht, die jährliche Renteninformation abzuheften?

Einmal im Jahr flattert die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung ins Haus. Je nachdem, welche Zahl dort steht, beruhigt sie oder beunruhigt sie. Beides ist voreilig. Zwei Dinge werden dabei leicht übersehen.
Erstens: Die genannte Rente ist ein nominaler Wert zu einem bestimmten Zeitpunkt. Was davon nach Berücksichtigung der Inflation zu jenem Zeitpunkt und dann über die nächsten 20, 30 Jahre an echter Kaufkraft übrig bleibt, steht auf dem Papier nicht. Eine Zahl, die heute solide klingt, kann in realer Kaufkraft deutlich kleiner ausfallen, als es auf den ersten Blick scheint. Zudem wird nicht berücksichtigt, dass die spätere Rentenzahlung zu versteuern ist und Sie, wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, auf die spätere Rente noch Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen müssen. Dieselbe Problematik besteht auch bei allen Jahresinformationen der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Dort werden die späteren Leistungen je nach Vertrag unterschiedlich besteuert und je nach Vertrag auch mit Krankenversicherungsbeiträgen belegt.
Es stellt sich also die Frage: Wie hoch ist meine spätere Rente netto?
Diese Frage lässt sich seriös nur beantworten, wenn alle bestehenden Verträge, Ihre Einkommenssituation und Ihre steuerliche Situation gemeinsam betrachtet werden und dabei auch Inflation und sozialversicherungspflichtige Parameter berücksichtigt werden. Kopfrechnen und Bauchgefühl helfen hier nicht weiter. Stattdessen muss Spezialsoftware eingesetzt werden.
Zweitens: Die Renteninformation sagt nichts darüber, welche Fördermöglichkeiten, etwa betriebliche Altersvorsorge, geförderte private Vorsorge oder ein Altersvorsorgedepot, für Sie tatsächlich sinnvoll sind. Mit der softwaregestützten Rentenplanung lässt sich Ihre Einkommenssituation im Rentenalter darstellen und damit auch ermitteln, welche Form der Altersvorsorge für Sie am sinnvollsten ist. Denn dafür muss bei allen Altersvorsorgemöglichkeiten die Förderung bis zum Rentenbeginn und die Belastung ab Rentenbeginn unter jeweiliger Berücksichtigung der Inflation berechnet werden. Nur dann lässt sich objektiv die für Sie sinnvollste Form der Altersvorsorge ermitteln.

Die drei Bausteine Ihrer Altersvorsorge

Eine vollständige Ruhestandsplanung schaut auf alle drei Säulen zusammen:
1. Gesetzliche Rente: die Basis, deren tatsächliche Kaufkraft im Ruhestand oft überschätzt wird.
2. Betriebliche Altersvorsorge: über den Arbeitgeber, mit eigenen Förder- und Steuerregeln.
3. Private Vorsorge: von geförderten Verträgen bis zu frei gestaltbarer Geldanlage, individuell auf Ihre Situation zugeschnitten.
Erst im Zusammenspiel dieser drei Bausteine wird sichtbar, ob am Ende genug für den gewohnten Lebensstandard zusammenkommt.

Wie groß ist Ihre Versorgungslücke wirklich?

Die Versorgungslücke ist die Differenz zwischen dem, was Sie im Ruhestand voraussichtlich zum Leben brauchen, und dem, was aus allen drei Säulen zusammen tatsächlich, inflationsbereinigt, ankommt. Diese Lücke lässt sich nicht seriös schätzen, sie muss auf Basis Ihrer echten Zahlen berechnet werden. Genau das ist der Kern einer professionellen Ruhestandsplanung.

Nachhaltige Geldanlage als Baustein

Vermögensaufbau fürs Alter muss nicht im Widerspruch zu Ihren Werten stehen. Nachhaltige Geldanlage, etwa breit gestreut über entsprechende Fonds oder ETFs, die strenge ökologische und soziale Kriterien anlegen, kann ein sinnvoller Baustein der privaten Vorsorge sein. Wichtig zur Einordnung: Auch nachhaltige Geldanlage ist eine Kapitalanlage mit Chancen und Risiken, kein Versprechen auf eine bestimmte Rendite.

Wie eine professionelle Ruhestandsplanung bei uns abläuft

Der Ausgangspunkt ist bei uns immer derselbe: die objektive Finanzanalyse nach DIN 77230. Sie erfasst Ihre gesamte private finanzielle Situation, alle bestehenden Verträge, Ihr Einkommen, Ihre familiäre Situation, nach einem neutralen, genormten Standard. Auf dieser Basis zeigt eine spezialisierte Software, wie groß Ihre Versorgungslücke unter Berücksichtigung Ihrer Einkommens- und Steuersituation tatsächlich ist und welche Fördermöglichkeiten für Sie infrage kommen. Erst danach sprechen wir über konkrete Lösungen, nicht umgekehrt.

Warum ein lokaler, unabhängiger Berater in Köln

Ein Online-Rechner kennt weder Ihre konkreten Verträge noch Ihre steuerliche Situation im Detail. Als unabhängige Makler in Köln betrachten wir Ihre individuelle Situation und wählen aus dem gesamten Markt, statt aus dem Regal eines einzelnen Anbieters. Wir bleiben ansprechbar, wenn sich Ihre Situation ändert. Gerade bei einer so langfristigen Entscheidung wie der Ruhestandsplanung ist das mehr wert als ein einmaliges Ergebnis auf einem Bildschirm.
Häufig gestellte Fragen
Manche Fragen werden uns immer wieder gestellt. Hier finden Sie die Antworten.
Ab wann sollte ich mit der Ruhestandsplanung anfangen?
Was kostet eine professionelle Ruhestandsplanung?
Wie unterscheidet sich das von einer normalen Altersvorsorge-Beratung?
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Über den Autor
Karsten Müller
Karsten Müller ist Diplom-Betriebswirt und Versicherungskaufmann mit Schwerpunkt nachhaltige Geldanlage. Bei der KlarStrategie GmbH in Köln berät er zu Vorsorge, Absicherung und nachhaltigem Vermögensaufbau, unabhängig und auf Augenhöhe.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Er enthält keine Rendite- oder Erfolgsversprechen. Für Ihre persönliche Situation sprechen Sie uns gern an.