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Welche Unterlagen brauche ich für die Baufinanzierung?

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Immobilie & Finanzierung
Artikel von Anna Sodki, Dipl.-Volkswirtin, Financial Planner, DEKRA-zertifizierte Sachverständige für Immobilienbewertung (D3)
veröffentlicht September 2026
Die ehrliche Antwort vorweg: Die meiste Zeit bei einer Baufinanzierung nimmt das Zusammenstellen von Unterlagen in Anspruch. Wer vorbereitet in die ersten Gespräche geht, kommt schneller zu einer verbindlichen Zusage und wirkt auf die Bank auch überzeugender. Welche Unterlagen das konkret sind, für Sie persönlich, für die Immobilie und je nach Ihrer beruflichen Situation, lesen Sie hier, egal ob es um den Hauskauf, den Wohnungskauf oder einen Neubau geht.
Das Wichtigste in Kürze
Es gibt drei Gruppen von Unterlagen: zu Ihrer Person, zu Ihrer Bonität und zur Immobilie.
Die Unterlagen zu Ihrer Person und Bonität besorgen Sie selbst. Die Unterlagen zur Immobilie erhalten Sie vom Verkäufer oder vom Immobilienmakler, den Kaufvertragsentwurf vom Notar.
Vollständige, gut aufbereitete Unterlagen ermöglichen eine größere Auswahl an Finanzierungsangeboten, darunter womöglich günstigere, und beschleunigen die Zusage. Einzelne, gut benannte PDFs in klar benannten Ordnern erleichtern die Bearbeitung erheblich. Unvollständige Unterlagen führen dagegen oft zu Verzögerungen.
Manche Unterlagen kennt kaum jemand von vornherein, etwa den Auszug aus dem Baulastenverzeichnis oder Besonderheiten beim Erbbaurecht. Wir helfen Ihnen, alles vollständig und in der richtigen Form zusammenzustellen.

Warum eine vollständige Unterlagenmappe den Unterschied macht

Banken, Sparkassen, Versicherungen und Bausparkassen prüfen bei einer Baufinanzierung nicht nur die Immobilie, sondern auch Ihre Bonität und wie verlässlich Ihre Angaben belegt sind. Fehlt eine Unterlage, fragt die Bank nach. Das kostet Zeit, und Zeit kann bei einem laufenden Kaufangebot knapp werden. Nimmt die Bearbeitung zu viel Zeit in Anspruch, kann die Bank das Interesse daran auch ganz verlieren. Zudem besteht die Gefahr, das der Verkäufer der Immobilie abspringt.
Eine vollständige, digitale Mappe von Anfang an ist deshalb kein bürokratisches Extra, sondern der schnellste Weg zu einer verbindlichen Finanzierungszusage.

Wie Sie Ihre Unterlagen richtig aufbereiten

Nicht nur, welche Unterlagen Sie haben, entscheidet über die Geschwindigkeit und die Konditionen, sondern auch, wie Sie sie zur Verfügung stellen. Jede Unterlage sollte als einzelnes PDF vorliegen, gut lesbar und vollständig, mit einem sprechenden Dateinamen. Zum Beispiel „Flurkarte_Bauweg-12_2026-09-12“ oder „Gehaltsabrechnung_Lisa-Schmitt_2026-08“ statt eines Dateinamens, der niemandem etwas sagt.
Was Bankmitarbeiterinnen und Bankmitarbeiter dagegen gar nicht mögen: mehrseitige Dokumente, die als einzelne Fotodateien vorliegen und zum Beispiel 123.jpg und 124.jpg heißen. Das macht mehr Arbeit, als es sollte. Genau diese Mehrarbeit verzögert die Bearbeitung und kann im ungünstigsten Fall sogar zu einer Ablehnung beitragen.
Gut ist ein digitaler Ordner, der bereits sinnvoll unterteilt ist, zum Beispiel so:
  • Allgemeine Unterlagen, etwa der Personalausweis
  • Bonitätsunterlagen: Gehalt, Steuer, Eigenkapitalnachweise, Darlehen außer Immobiliendarlehen
  • Immobilie: die Objektunterlagen zur Kauf- oder Bauimmobilie
  • Weitere Immobilien: Objektunterlagen zu bereits vorhandenem Immobilienvermögen mit den dazugehörigen Mietverträgen und Darlehen, jeweils in einem eigenen Unterordner pro Immobilie
Diese Vorarbeit macht für die Bank den Unterschied zwischen einer Mappe, die sich zügig bearbeiten lässt, und einer Unterlagensammlung, die immer wieder Rückfragen auslöst.

Ihre persönlichen Unterlagen

Dazu gehören in der Regel:
  • ein gültiger Personalausweis oder Reisepass und gegebenenfalls der Aufenthaltstitel
  • die Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate oder bei Beamten die letzte Bezügemitteilung
  • Nachweise über weitere Einkünfte
  • die Steuerbescheide der letzten zwei Jahre, eventuell zusätzlich die letzte Steuererklärung
  • Nachweise über vorhandenes Eigenkapital
  • Informationen zu bereits vorhandenen Immobilien und Immobilienfinanzierungen
  • Informationen zu bestehenden anderen Darlehen und Bürgschaftsverpflichtungen
  • Unterlagen zu größeren Ausgabeposten wie Versicherungsbeiträgen oder Kindesunterhalt
  • aktuelle Kontoauszüge, damit die Bank einen Überblick über Ihre laufenden Ein- und Ausgaben bekommt
  • eine Selbstauskunft über Ihre finanzielle Situation (das Formular erhalten Sie von der Finanzierungsvermittlung oder dem Finanzierer)
Häufig gehört auch eine Schufa-Auskunft dazu, die üblicherweise erst im Rahmen des Kreditantrags eingeholt werden sollte.

Checkliste: Unterlagen zur Immobilie

Die meisten Käuferinnen und Käufer brauchen nur einen Teil der folgenden Liste, denn nicht alles trifft auf jedes Objekt zu. Wir sagen Ihnen genau, was in Ihrem Fall wirklich gebraucht wird, statt Sie mit der vollständigen Liste allein zu lassen.
Viele Unterlagen zur Immobilie, etwa der Auszug aus dem Baulastenverzeichnis oder die Bauakte, erhalten Sie als Kaufinteressent nicht selbst bei der jeweiligen Behörde, denn dafür braucht es eine Vollmacht des Eigentümers. Fordern Sie sie deshalb frühzeitig beim Verkäufer oder Makler an.
Zur Grundausstattung gehören in der Regel:
  • das Exposé
  • ein aktueller, unbeglaubigter Grundbuchauszug
  • die Baubeschreibung
  • der bemaßte Grundriss
  • die Wohnflächen- und gegebenenfalls Nutzflächenberechnung
  • eine Aufstellung bereits erfolgter Modernisierungen mit Nachweisen dazu, etwa Rechnungen oder eine Bestätigung durch eine Architektin oder einen Architekten
  • der Energieausweis
  • eine aktuelle Flurkarte
  • bei Häusern zusätzlich: Ansichten, Schnitt und Kubatur
  • bei Wohnungen und Teileigentum: die Teilungserklärung mit allen Nachträgen und dem Aufteilungsplan
  • ein Nachweis über die Wohngebäudeversicherung
  • ein Auszug aus dem Baulastenverzeichnis
  • eine Anliegerbeitragsbescheinigung
  • Fotos von innen und außen, von allen Gebäudeseiten, den Außenanlagen und der Haustechnik
  • der Kaufvertragsentwurf
  • eine Aufstellung der geplanten Eigenleistung

Weitere Unterlagen zur Immobilie, je nach Situation

Je nach Immobilie und Vorhaben kommen weitere Unterlagen hinzu:
  • Eintragungen in Abteilung II des Grundbuchs: Sind dort etwa Wege- oder Leitungsrechte eingetragen, werden die zugrunde liegenden Verträge benötigt.
  • Erbbaurecht: der Erbbaurechtsvertrag und ein Nachweis über den aktuellen Erbbauzins.
  • Bauvorhaben: zusätzlich der Werkvertrag und der Zahlungsplan.
  • Geplante Modernisierungen, Sanierungen oder Umbauten: eine nach Gewerken aufgeteilte Kostenaufstellung, gegebenenfalls mit einer Stellungnahme einer Energieberatung dazu, wie sich die energetische Situation durch die Maßnahmen verändert.
  • Vermietete Immobilie: eine Mieteraufstellung und die aktuellen Mietverträge, gegebenenfalls mit der letzten Mieterhöhung.
  • Denkmalimmobilie: ein Schreiben Ihrer Steuerberatung zur zu erwartenden Steuererstattung durch die Denkmal-AfA sowie der Auszug aus der Denkmalliste.

Wenn Sie selbstständig oder freiberuflich tätig sind

Für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmerinnen sieht die Unterlagenliste etwas anders aus als für Angestellte. Statt Gehaltsabrechnungen verlangen Banken in der Regel die letzten zwei bis drei Jahresabschlüsse beziehungsweise Einnahmen-Überschuss-Rechnungen, aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen und die entsprechenden Steuerbescheide.
Was das im Detail für Ihre Baufinanzierung als Selbstständige bedeutet und worauf Sie sich einstellen sollten, werden wir ausführlich in einem eigenen Artikel behandeln.

Wenn Sie verbeamtet sind

Beamtinnen und Beamte benötigen die letzte Bezügemitteilung und manchmal auch die Ernennungsurkunde. Der Beamtenstatus wird von vielen Banken als besonders sicher gewertet, was den Erhalt einer Baufinanzierung erleichtern kann. Das gilt vor allem dann, wenn bereits eine Verbeamtung auf Lebenszeit vorliegt.
Mehr dazu, mit allen Besonderheiten für Beamtinnen, Beamte und Lehrkräfte, werden wir in einem eigenen Artikel zur Baufinanzierung für Beamte schreiben.

Zusätzliche Unterlagen und Infos, die Sie kennen sollten

Neben den oben genannten Unterlagen zur Immobilie gibt es weitere, die Ihnen bei der Kaufentscheidung und der Kaufpreisverhandlung helfen können, teilweise auch bei der Gestaltung des Kaufvertrags.
  • Bei Wohnungen: der Verwaltervertrag, die aktuelle Höhe der Instandhaltungsrücklage, die Protokolle der Eigentümerversammlungen der letzten drei Jahre mit den dazugehörigen Einladungen sowie die Hausgeldabrechnungen der letzten drei Jahre.
  • Wohngebäudeversicherung: Sie sollte geprüft werden. Wurde der Antrag korrekt gestellt, welchen Versicherungsschutz bietet die Police, und wurde der aktuelle Beitrag auch gezahlt?
  • Bauakte: Ein Blick hinein schützt vor teuren Überraschungen. Wurden der Bau und die aktuelle Nutzung baurechtlich genehmigt?
  • Altlasten und Umweltrisiken: Eine Altlastenauskunft und eine Einschätzung möglicher Umweltrisiken sollten vorliegen. In ehemaligen oder aktiven Bergbaugebieten ist es zudem empfehlenswert, beim zuständigen Bergbauamt nachzufragen, ob Bergschäden bekannt sind.
  • Umfeld und Standort: Es lohnt sich zu prüfen, ob in der Nachbarschaft Veränderungen bei Bebauung oder Infrastruktur geplant sind. Ein Blick in den Bebauungsplan und den Flächennutzungsplan kann dabei helfen. Eine Recherche zu Lärmbelastung, Geruchsimmissionen, Internetverfügbarkeit und zur Eignung des Standorts für erneuerbare Energien rundet das Bild ab.
  • Mängel: Sind an der Immobilie Mängel vorhanden, sollte zumindest ein aktuelles Kurzgutachten einer sachverständigen Person vorliegen, das die Ursache, den Weg zur Beseitigung und die damit verbundenen Kosten benennt.
Wichtig: Diese Aufstellung ist nicht abschließend, denn jedes Projekt ist anders.

Wie wir Sie dabei begleiten

Eine vollständige Unterlagenliste zu haben ist die eine Sache, die Unterlagen tatsächlich zu sichten und in der richtigen Form zusammenzustellen die andere. Wir gehen die Liste gemeinsam mit Ihnen durch, sagen Ihnen genau, was in Ihrer konkreten Situation noch fehlt, worauf zu achten ist, und begleiten Sie durch den gesamten Prozess bis zur Zusage, unabhängig und aus einer Hand. Um Ihren Immobilienkauf im Zusammenhang mit anderen Finanzthemen zu betrachten, stetzen wir unter anderem die Finanzanalyse nach DIN 77230 bzw. nach DIN 77235 ein.
Sie möchten diese Liste lieber zum Ausdrucken oder Abhaken zur Hand haben? Die druckbare PDF-Checkliste dazu gibt es bald kostenlos zum Download. Möchten Sie sie vorher haben, melden Sie sich gern bei uns.
Bereit für ein Gespräch?
Wenn Sie vor einer finanziellen oder immobilienbezogenen Entscheidung stehen, klären wir gemeinsam Ihre Ausgangssituation, Prioritäten und möglichen nächsten Schritte.
Nach unserem Ansatz:
Karsten Müller und Anna Sodki stehen neben einem Roll-Up mit der Aufschrift "KlarStrategie"
Worum geht es in Ihrer aktuellen Entscheidung?
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Häufig gestellte Fragen
Manche Fragen werden uns immer wieder gestellt. Hier finden Sie die Antworten.
Welche Unterlagen benötigt die Bank für eine Immobilienfinanzierung?
Brauchen Selbstständige und Freiberufler andere Unterlagen als Angestellte?
Welche Unterlagen bekomme ich vom Verkäufer oder Makler?
Wie lange dauert es, alle Unterlagen zusammenzustellen?
Gibt es diese Liste auch zum Ausdrucken oder Mitnehmen?
Anna Sodki, KlarStrategie GmbH
Über die Autorin
Anna Sodki ist Diplom-Volkswirtin, Financial Planner und DEKRA-zertifizierte Sachverständige für Immobilienbewertung (D3). Bei der KlarStrategie GmbH in Köln berät sie zu Immobilien, Baufinanzierung und Finanzplanung, unabhängig, werteorientiert, aus einer Hand.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Er enthält keine Finanzierungs-, Rendite- oder Erfolgsversprechen. Welche Unterlagen im Einzelfall tatsächlich nötig sind, entscheidet das jeweilige Finanzinstitut. Für Ihre persönliche Situation sprechen Sie uns gern an.